P. Franz Bader SVD - Steyler Missionar (1930 - 2001)
Eine lange Zeit des Leidens ist zu
Ende. Heute, am 07. Juni 2001 um 16.00 Uhr ging unser lieber Mitbruder P. Franz
Bader SVD ein in Gottes ewigen Frieden.
Die letzten Lebensjahre von P. Bader waren - nach einem Schlaganfall - dadurch
gekennzeichnet, dass er sich für seine Umgebung nicht mehr verständlich machen
konnte. Es war nicht leicht, ihn so daliegen zu sehen, sowohl für seine Mitbrüder
als auch für seine Angehörigen und für die Pflegepersonen. Zwei seiner Brüder
waren oft zu ihm gekommen und waren fast Tag und Nacht an seiner Seite in der
Hoffnung, ihm Trost sein zu können und ihm Nähe spüren zu lassen. Alle, die
ihn so erlebt haben, spüren nun die Erleichterung, dass seine Leidenszeit vorüber
ist.
P. Franz Bader wurde am 03. März 1930 als Sohn der Eheleute Theodor Bader und
Ida, geb. Staab, in Fachsenfeld (Rottenburg) geboren. Er wuchs in einer
kinderreichen und religiös geprägten Familie auf. Franz kam im Juni 1946 mit
dem Wunsch Priester und Missionar zu werden als Internatsschüler in das
Missionshaus nach St. Wendel, wo er bis nach seinem Abitur im Jahre 1953
verblieb. Es schloß sich in St. Augustin das zweijährige Ordensnoviziat an,
sowie das Studium der Philosophie und der Theologie. Am 08. Dezember 1959
empfing er dort die Priesterweihe. Der junge Neupriester durfte als Missionar
nach Zaire, Kongo, gehen, was ihm große Freude bereitete.
In der noch jungen Mission gab es viel zu tun, sowohl in der Seelsorge, in der
Verkündigung des Evangeliums, wie auch für den äußeren und materiellen
Aufbau von Missionsstationen. Franz hat nie die Arbeit gescheut. Schon als
Novize und Student war er der "Arbeitssenior", der nicht nur andere für
anstehende Arbeiten einteilte, sondern immer auch selbst tatkräftig und gekonnt
mit anpackte. So war es dann auch in Zaire. Als Buschmissionar fühlte er sich
da ganz in seinem Element. Er konnte bauen und aufbauen und das Evangelium verkünden
und so den Mitbrüdern wie den Einheimischen der Bruder in Christus sein. 1974
zwang ihn zum ersten Mal Krankheit zur Rückkehr in die Heimat nach Deutschland.
Franz blieb auch hier nicht untätig. 1974/75 half er in der Seelsorge in der
Diasporagemeinde Gschwend-Schlechtbach. Von 1975 bis 1982 wirkte er segensreich
als Pfarrer in Seekirch. 1982 konnte er wieder in seine geliebte Mission nach
Zaire zurückkehren, die er in all den Jahren von der Heimat aus weiter unterstützt
hat. Zu seinem Abschied von Seekirch schrieb ihm Bischof Moser, dass er es sehr
bedauere, dass die Gemeinde ihren Seelsorger verliert, dass er sich zugleich
aber auch mit ihm freut, dass er wieder seine Missionstätigkeit aufnehmen kann.
Er konnte nochmals bis 1994 dort wirken, ehe ihn wieder Krankheiten zur Rückkehr
in die Heimat zwangen. Aber überall wo er hinkam war er nicht untätig. 1995 übernahm
er die Stelle des Hausgeistlichen bei den Steyler Schwestern in Oberdischingen,
und 1997 im "Haus der Ruhe" in Lindau. 1998 war dann durch einen
Schlaganfall seinem aktiven Wirken das Ende gesetzt, und er kam in die
Pflegeabteilung des Missionshauses St. Wendel.
P. Bader war stets ein geschätzter Mitbruder und ein eifriger und
einsatzbereiter Seelsorger und Missionar. Alle, die mit ihm leben durften und für
die er da war, danken ihm.
Wir verabschieden ihn und uns von ihm mit der Eucharistiefeier am Montag, den
11. Juni 2001 um 14.30 Uhr in der Kirche des Missionshauses zu St. Wendel.
Anschließend übergeben wir auf dem Klosterfriedhof seinen Leib der Erde.
St. Wendel, den 07. Juni 2001
Missionshaus St. Wendel
P. Johann Holzgartner SVD, Rektor
Paul Launer - pilger-reisen.de
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