Die Klosterkirche von Neresheim
Neresheim liegt in Baden-Württemberg auf der
Ostalb und dem Härtsfeld.
Nach Plänen Balthasar Neumanns wurde 1747 - 1792 die Abteikirche errichtet, der europäischer Rang zukommt. Der Tiroler Martin Knoller malte 1770 - 1775 in ihr die sieben Kuppelfresken, letzter Höhepunkt barocker Freskomalerei. Im Jahre 1764 erlangte die Abtei die volle Reichsunmittelbarkeit, verfiel aber 1803 der Säkularisation; der Gesamtbesitz wurde den Fürsten von Thurn und Taxis zugesprochen. Erst 1919 konnte das Kloster durch Benediktinermönche aus Emaus/Prag und Beuron wiederbesiedelt werden; am 14. Juni 1920 erfolgte die Wiedererrichtung der Abtei durch Papst Benedikt XV. Während der langen Amtszeit von Abt Bernhard Durst (1921- 1965), der von 1948 -1960 auch als Abtpräses die Beuroner Kongregation leitete, erstand die klösterliche Gemeinschaft in Jahren mühevollen Wiederaufbaus trotz großer Gefährdung durch die nationalsozialistische Gewaltherrschaft neu. Unter Abt Johannes Kraus (1965 - 1977) wurde die Abteikirche 1966 - 1975 in einer beispielhaften Gemeinschaftsleistung von Land, Bevölkerung und Kloster umfassend saniert und restauriert. Nach Aufgabe der landwirtschaftlichen Winterschule (1968) mußten ab 1972 auch die umfangreichen Wirtschaftsgebäude tiefgreifend erneuert werden, um für ein großzügiges Tagungs- und Gästehaus, das Klosterhospiz, Raum zu bieten. Seit 1977 wird die Abtei von Abt Norbert Stoffels geleitet.
Nicht
nur baulich steht die Abteikirche als Höhepunkt mitten in der Klosteranlage.
Der Konvent müht sich täglich um eine feierliche Liturgie mit dem lateinischen
gregorianischen Choral. Begegnung mit benediktinischer Lebensweise, religiöse
Bildung und Erholung in klösterlicher Stille werden für viele Gäste möglich
im Klosterhospiz (Meditationskurse, Einkehrtage, ökumenische Tagungen,
Besinnungstage für Jugendliche etc.). Im Konventgebäude stehen einige Zimmer für
Herren (Einzelgäste) zur Verfügung. Ebenfalls im Klausurbereich ermöglicht
der Konvent jungen Männern ab 16 Jahren, die in der Ausbildung stehen, am Leben
der Mönche teilzunehmen. Von Ostern bis Allerheiligen finden für die
zahlreichen Touristen regelmäßige Kirchenführungen statt. Die Priestermönche
betreuen die kleine Klosterpfarrei, geben Gelegenheit zu Beichte und Beichtgespräch,
helfen nach Kräften in umliegenden Pfarrgemeinden aus und widmen sich neben der
Betreuung der Gäste und verschiedenen Verwaltungsaufgaben auch
wissenschaftlicher und musikpädagogischer Arbeit. Die Brüdermönche wirken vor
allem im Haus und in ihren Werkstätten (Bäckerei, Metzgerei, Schneiderei,
Garten, Buchhandlung).
Der Konvent zählt 15 Mönche, davon 9 Priester.
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Das Kloster Neresheim.
Die Abteikirche wurde nach Plänen von Balthasar Neumanns in der Zeit von 1747 bis 1792 errichtet. Das Kloster und vor allem die Kirche hat Europäischen Rang und zählt sicherlich zu den schönsten Barockkirchen nördlich der Alpen. |
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Beim Betreten der Kuppelkirche ist man von der Freundlichkeit der Farben und des hellen Innenraums sehr beeindruckt.
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Die Kuppelfresken zählen zu den Höhepunkten europäischer Barockmalerei, bekannt vor allem durch ihre Scheinarchitektur: illusionistisch gemalte Säulen, Gesimse und Bögen, die sich über dem Betrachter aufzutürmen scheinen |
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Rokoko, Klassizismus, Barock....
ach vergessen wir all die Begriffe....die Deckenfresken von Neresheim sind ein Meisterwerk von Martin Knoller. |
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Das letzte Abendmahl am Hochaltar. |
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Johannes der Täufer. Dieses Bild können Sie bei einem Klick noch vergrößert anschauen. |
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Die Taufe Jesu im Tempel. |
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Die 7 Kuppeln waren natürlich eine Herausforderung für den wohl
damals berühmtesten Maler kirchlicher barocker Freskomalerei.
Kein geringerer wie Martin Knoller (siehe Bild rechts) und ein weiterer Weggefährte Joseph Schöpf waren in Neresheim tätig. Martin Knoller der Tiroler Künstler - einst Mailänder Hofmaler unter der "Herrschaft" der Habsburger genauer gesagt unter Kaiserin Maria Theresia - war an vielen Kirchen beteiligt. Ettal, Gries bei Bozen, Steinach am Brenner, die Bürgersaalkirche München zählen zu Schauplätzen von Knoller. Natürlich war er in Innsbruck, Wien, Salzburg, Neapel und auch Mailand tätig. In Steinach am Brenner um 1725 geboren entstammt er einer einfachen Familie. Als großartiger Künstler ist er in Mailand 1804 gestorben und dort auch begraben. In Neresheim hat er wohl sein Meisterwerk gefunden. |
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Die Orgel von Neresheim ein Prachtstück vom genialen Orgelbauer Johann Nepomuk Holzhay. Sie hat 3553 Pfeifen (davon 70 aus Holz), die Kleinste misst zwei Zentimeter und die größte 5,17 Meter. Beim Blick von unten in der Abteikirche sind allerdings nur 99 Orgelpfeifen zu sehen. Wenn Organist Pater Hugo Weihermüller alle Register zieht - die Orgel hat 47 Register - sind Sie vom Sound begeistert. Nach einem Forte Fortissimo ist der Nachhall noch acht Sekunden in der herrlichen Abteikirche zu hören. Ein wahrlich königliches Instrument - die Orgel von Neresheim! |
| Alle Fotos ausser Zeichnung Martin Knoller von Paul Launer (c). | |
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pilger-reisen.de
Paul Launer
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