Altötting Geschichte

Das Herz von Bayern wird Altötting genannt. Zu Recht, wegen seiner weit über tausendjährigen Geschichte mitten im Herzen des alten bayerischen Stammesherzogtums, aber auch wegen seiner Bedeutung als ein Zentrum des Glaubens und der Volksfrömmigkeit. 500 Jahre Marienwallfahrt konnte Altötting 1989 feiern. Doch die Geschichte Altöttings reicht viel weiter zurück. Bei Ausgrabungen auf dem Altöttinger Kapellplatz in den Jahren 1983/84 durch Archäologen des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege wurden Spuren menschlicher Besiedlung entdeckt, die bis in die Jungsteinzeit zurückreichen. Was die Menschen jener Zeit hier taten, ob dieser Platz schon damals Kultstätte war, entzieht sich unserem Wissen. Eine römische Vergangenheit, wie sie der bayerische Geschichtsschreiber Aventinus (Johann Thurmair) Altötting zuschreibt, bleibt Sage. Urkundlich tritt Altötting erst im frühen Mittelalter, im Jahr 748 ins Licht der Geschichte, unter dem Namen "Autingas", der latinisierten Form von "Ötting". Der Name geht auf den Eigennamen eines Auto oder Oto zurück, wohl eines bajuwarischen Stammesführers, der als erster hier siedelte. Zur Unterscheidung in Alt- und Neuötting kommt es erst im 13. Jahrhundert, als sich Neuötting als Handelsplatz am Inn etabliert.

Der Kapellplatz um 1740
Der Kapellplatz um 1740
Zum Zeitpunkt der ersten urkundlichen Nennung ist Altötting schon ein wichtiger Platz, denn es befindet sich hier ein agilolfingischer Herzoghof, der bedeutendste Herzogssitz im Lande nach Regensburg; daneben eine Kapelle, die ihr oktogonaler Grundriß als Taufkapelle ausweist. Sie dürfte um 700 entstanden sein und ihr Bau wird von der Überlieferung mit dem heiligen Missionsbischof Rupertus von Salzburg in Verbindung gebracht, von dem eine Legende erzählt, er habe erstens den ersten christlichen Bayernherzog hier in Ötting getauft und habe zweitens ein Marienbild nach Ötting gebracht.
Nach der Entmachtung des letzen Agilolfingerherzogs Tassilo III. durch Karl den Großen im Jahr 788 wird er einstige Herzogshof von Ötting zur karolingischen Königspfalz. Mehrere Aufenthalte karolingischer Kaiser und Könige sind nachweisbar. Ihre größte Zeit erlebte die Öttinger Karolingerpfalz, als König Karlmann, der Urenkel Karls des Großen seinen Regierungssitz 865 ganz von Regensburg nach Ötting verlegte und von hier aus bis zu seinem Tode 880 als König über Bayern und Italien herrschte.
Karlmann errichtete auch das erste Chorherrenstift, das er reich ausstattete, und eine Basilika, der er unter anderem Reliquien des Apostels Philippus stiftete, und in der er 880 seine letzte Ruhestätte fand. Ind Altötting klang auch die Geschichte der duetschen Karolinger aus: Karlmanns Sohn, Kaiser Arnulf von Kärnten, starb hier am 8. Dezember 899 und dessen Sohn Ludwig, "das Kind" genannt, wurde 900 in Ötting geboren und im Oktogon der Kapelle getauft. Mit seinem Tod erlosch 911 der deutsche Zweig des Karolingergeschlechtes.

907 verwüstet der Ungarnsturm Ort und Pfalz, Stift und Basilika. Nur das Oktogon der Taufkapelle übersteht die Zerstörung. Erst drei Jahrhunderte später, im Jahr 1228, wird das Chorherrenstift wiedererrichtet, durch den Wittelsbacher-Herzog, Ludwig den Kelheimer. An der Seite der einstigen Karlmann-Basilika läßt er als Stiftskirche eine neue Basilika im romanischen Stil erbauen. 1489 bricht, durch die Berichte von zwei aufsehenerregenden Heilungswundern veranlaßt, die Wallfahrt nach Altötting auf. Ziel dieser Wallfahrt, zu der bald Pilger aus ganz Europa strömen, ist ein um 1300 am Oberrhein oder im Burgund entstandenes, aus Lindenholz geschnitztes Marienbild im Oktogon der ehemaligen Taufkapelle, das um 1330 nach Altötting gekommen sein dürfte.

Der Pilgerstrom ist so groß, daß ihn weder die kleine Kapelle noch die romansiche Stiftskirche zu fassen vermögen. Zwischen 1499 und 1511 entsteht an der Stelle der romanischen die heutige gotische Stiftkirche. Auch das Oktogon der Kapelle erhält bald ein Langhaus. Durch die Jahrhunderte blieb Altötting immer die Wallfahrt des einfachen Volkes, bekam aber auch als Pilgerziel und Treffpunkt der "Großen der Welt" politsche Bedeutung. Kaiser und Könige, Herzöge und Kurfürsten und auch zwei Päpste haben als Pilger in Altötting geweilt. In der Notzeit des 30jährigen Krieges hat Bayerns Kurfürst Maximilian sein Schicksal und das des Landes in einem mit seinem Blut geschriebenen Weihebrief der Mutter Gottes von Altötting anvertraut. 1681 haben sich Kaiser Leopold I. und er bayerische Kurfürst Max Emanuel zu Gebet und politischen Verhandlungen in Altötting getroffen und hier das Bündnis der "Altöttinger Allianz" geschmiedet, das zwei Jahre später im Kampf gegen die Türken vor Wien zum Tragen kam. Bis in unser Jahrhundert hinein haben die Herrscher Bayerns nach ihrem Tode ihre Herzen in silbernen Urnen im Oktogon der Altöttinger Kapelle in Wandnischen beisetzen lassen, als "fürstliche Ehrenwache". Kurfürst Maximilian 1598-1654
Kurfürst Maximilian 1598-1654 der Bayern Maria weihte und Altötting zum Nationalheilgtum erhob
Heilige Allianz von Altötting 1681
Kaiser Leopold I. und Kurfürst Max Emmanuel
schließen 1681 Heilige Allianz von Altötting
Mit der Selig-und Heiligsprechung des Altöttinger Kapuziner-Pfortenbruders Konrad von Parzham 1930 und 1934 hat Altötting neben der Gandenkapelle ein zweites vielbesuchtes Pilgerziel bekommen: Das Grab des Heiligen in der Kapuzinerkirche St. Konrad. Insgesamt besuchen heute alljährlich rund 1 Million Pilger Altötting. Politisch war Altötting als Gemeinde vom Mittelalter herauf bis an den Beginn des 19. Jahrhunderts eine Stiftshofmark ohne eigenständige Selbstverwaltung. Mit dem Ende der zweiten Chorherrenstiftes in der Säkularisation von 1803 wurde die Gemeinde selbständig, wenn auch nur als einfache "Ruralgemeinde". 1845 wurde Altötting zum Markt erhoben. 1898 erfolgte die Erhebung zur Stadtgemeinde. Ihren architektonischen Ausdruck fand die Stadterhebung im Bau des 1908 fertiggestellten, repräsentativen Rathauses am Kapellplatz.

Bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges zählte Altötting etwa 6.000 Einwohner. Nach dem Krieg stieg die Zahl, zunächst sprunghaft durchZuzug von Heimatvertriebenen, später kontinuierlich auf heute über 12.000 an.

Altötting Gnadenkapelle

Klein an Gestalt, aber groß an Geschichte und Bedeutung beherrscht die Gnadenkapelle den weiträumigen Kapellplatz, ihr Oktogon (achteckiger Turm), der Kernbau dieser Kirche, um das Jahr 700 entstanden, dürfte der älteste bestehende Kirchenbau im rechtsrheinischen Deutschland sein. Sein achteckiger Grundriß weist auf die ursprüngliche Bestimmung als Taufkapelle hin. Der Legende nach hat hier der heilige Bischof Rupertus von Salzburg den ersten christlichen Bayernherzog getauft. Um 1330 kam das in Burgund oder am Oberrhein entstandene, aus Lindenholz geschnitzte, ca. 70 cm hohe frühgotische Bild einer stehenden Muttergottes mit dem Kind hierher, das rund 150 Jahre später, im Jahr 1489, nach den Berichten von zwei Heilungswundern zum Wallfahrtsziel und Gnadenbild wurde.

Im frühen 16. Jahrhundert, wenige Jahre nach dem Beginn der Wallfahrt, wurde an das Oktogon das spätgotische Langhaus mit spitzem Dachreiter und der überdachte Umgang angebaut. Bedeutende Kunstwerke sind der ganz in Silber getriebene, 1670 vollendete Schmuck des Gnadenaltars, dessen Retabel, in die der Schrein mit dem Gnadenbild einbezogen ist, die Krönung Mariens symbolisiert. Die Laibung der Altarnische ziert eine kunstvolle Darstellung der "Wurzel Jesse". Die Silberarbeiten stammen von den Goldschmieden Balthasar Ableithner, Franz Oxner und Johann F. Fesenmayr. Eine Silberschmiedearbeit von Weltrang ist der rechts am Altar kniende, 1737 von Kurfürst Karl Albrecht gestiftete "Silberprinz" des niederländischen Meisters Wilhelm de Groff, ein lebensgroßes Abbild des zehnjährigen Kurprinzen Max III. Joseph in zierlicher Rokoko-Rüstung. Als Pedant kam links vom Altar in den 30er Jahren unseres Jahrhunderts die von dem Münchener Bildhauer Prof. Georg Busch geschaffene Silberfigur des knienden hl. Bruder Konrad hinzu. In Wandnischen werden zahlreiche silberne Votivgaben aus mehreren Jahrhunderten aufbewahrt. Ebenfalls in Wandnischen auf der Westseite des Oktogons stehen die silbernen Herzurnen bedeutender Persönlichkeiten aus dem Hause Wittelsbach, unter ihnen sämtliche Kurfürsten und Könige bis zu Ludwig III. Das eindruckvollste Herz-Grabmal ist das von Wittelsbacher-Kaiser Karl VII., 1745 geschaffen vom Münchner Hofbildhauer Johann Baptist Straub. Der Umgang der Kapelle ist ausgekleidet mit rund 2.000 Votivtafeln aus mehreren Jahrhunderten. Sie sind zu unterscheiden von dem Zyklus der über 50 großformatigen "Mirakeltafeln", die etwa 1500-1520 von einem Maler aus dem Umkreis der "Donauschule" geschaffen wurden.
Gnadenbild
Altötting Wallfahrts- und Heimatmuseum

Eine wirklich erfreuliche Sehenswürdigkeit wurde mit diesem Museum im Gebäude der Bischöflichen Administration am Kapellplatz geschaffen. Es führt seine Besucher durch die reiche Geschichte des Gnadenortes und zeigt mit seinen wertvollen Sammlungen und einem hervorragenden historischen Stadtmodell, Gemälden, Votivgaben und Werken der Volkskunst, welch einzigartige Rolle die Wallfahrt seit Jahrhunderten im Leben Altöttings und des Bayernlandes spielt. In den sechs Sälen, deren Stuckdecken allein schon betrachtenswert sind, finden sich aber auch Exponate aus vor- und frühgeschichtlicher Zeit.

Öffnungszeiten des Museums:

April-Oktober:
Dienstag mit Freitag 14.00–16.00 Uhr
Samstag 10.00-12.00 Uhr und 14.00-16.00 Uhr
Sonntag 10.00 bis 12.00 Uhr und 13.00-15.00 Uhr.

Altötting - Stiftspfarrkirche

Südlich der Gnadenkapelle steht die zweitürmige gotische Stiftspfarrkirche St. Phillipp und Jakob, die in ihrer heutigen Gestalt zwischen 1499 und 1511 als letzte gotische Hallenkirche Süddeutschlands entstanden ist. Der Bau war schon zehn Jahre nach dem Beginn der Wallfahrt wegen des großen Pilgerstromes notwendig geworden. Baumeister waren Jörg Perger und Ulrich Häntler. Der heutige Bau ist zumindest der dritte an dieser Stelle. Ob zu Zeiten des agilolfingischen Herzoghofes hier schon eine Kirche bestand ist ungewiß. Historisch gesichert ist die von König Karlmann 876 zusammen mit dem Chorherrenstift errichtete Pfalzbasilika, in der er drei Jahre später sein Grab fand. In unserer Zeit wurde das Königsgrab wiederentdeckt.

Diese Basilika wurde im "Ungarnsturm" von 907 zerstört.An ihrer Stelle wurde 1228 die zweitürmige romanische Basilika des gleichzeitig durch Herzog Ludwig den Kelheimer wiedererrichteten Chorherrenstiftes erbaut. Der Bau der heutigen gotischen Kirche erfolgte ab 1499 unter Einbeziehung von Teilen der romanischen Basilika, von der unter anderem das "Westwerk" mit dem "romanischen Portal" erhalten geblieben ist.

Stiftspfarrkirche
Stiftskirche Von der ursprünglichen gotischen Ausstattung dieser Kirche sind nur wenige, aber kostbare Kunstwerke auf unsere Zeit gekommen, vor allem die nach 1510 vom Bildhauer Matthias Kreniß kunstvoll geschnitzten Portale an der Nord- und Südseite (Südportal: Christi Geburt und Anbetung der Hl. Drei Könige; Nordportal: Maria und Ursula, die Kirchenpatrone Philippus und Jakobus, zwei Zyklen von Propheten und Kirchenvätern sowie eine Vielzahl symbolischer und allegorischer Bezüge auf die Jungfräulichkeit Mariens), sowie das eindrucksvolle überlebensgroße Kruzifix an der Nordwand des Presbyteriums, das wohl der Leinberger-Schule entstammt.Die übrige gotische Einrichtung, darunter alle Altäre und das Chorgestühl, ist einer klassizistischen Neuausstattung um 1790 zum Opfer gefallen. Aus dieser Zeit stammen der Hochaltar (Gemälde Johann Jakob Dorner, 1796) und die hinteren Seitenaltäre, sowie das Chorgestühl des Trostberger Bildhauers Benedikt Kapfer (Reliefmedaillons mit Szenen aus der Geschichte Altöttings). Die beiden vorderen Seitenaltäre (St. Nepomuk und St. Florian) sind gute Rokoko- Arbeiten des Landshuter Meisters Christian Jorhan (Aufbauten Josef Doppler).
Ebenfalls der Zeit des Rokoko entstammt der prächtige Orgelprospekt, 1724 entworfen von dem Altöttinger Maler Johann Philipp Löderer. Eine populäre Sehenswürdigkeit ist die neben dem Nordportal stehende hohe Schrankuhr aus der Pestzeit mit dem "Tod von Eding". Südlich der Stiftskirche der gotische Kreuzgang mit teilweise erhaltenen Fresken, zahlreichen Grabsteinen von Stiftskanonikern aus drei Jahrhunderten und drei Kapellen. An der Südostecke eine sehenswerte Doppelkapelle: die "Tillykapelle" (ursprüngliche Pfarrkirche St. Peter) mit sehenswerten Glasmalereien aus dem 15.Jahrhundert, eine Tilly-Gedenkstätte und der Tilly-Gruft, im Obergeschoß die "Schmerzkapelle", die barocke Sebastianikapelle, 1670 erbaut von Domenico Zuccali (Altargruppe: "Pflege des hl. Sebastian" von Andreas Faistenberger, 1690).

In der Nordwest-Ecke des Kreuzganges die neuzeitliche "Rast-Kapelle" mit Gedenkstätte für sieben Altöttinger Bürger, die in den letzten Kriegstagen am 28. April 1945 für ihre Heimatstadt starben.

Altötting - Schatzkammer und "Goldenes Rössl"
An die Nordseite der Stiftskirche, dem Kapellplatz zu angebaut ist die Schatzkammer Unserer Lieben Frau. Der lichte spätgotische Raum hütet seit 1510 die wertvollen Opfergaben, die im Laufe von fünf Jahrhunderten von vermögenden Spendern gestiftet wurden. Vom einstigen Bestand ist freilich heute nur noch ein Bruchteil vorhanden. Vor allem in der Zeit der Säkularisation waren viele der Pretiosen vom Staat eingezogen worden. Neben vielen Schmuckstücken, Reliquiaren, kostbaren Kelchen und Monstranzen und einer wertvollen Sammlung zum Teil Jahrhunderte alter Rosenkränze finden die Besucher der Schatzkammer auch mancherlei kunstgeschichtlich wertvolle Exponate. Dazu zählt in erster Linie das "Füll-Kreuz" aus dem Besitz der Münchener Partrizierfamilie Füll mit einem kostbaren, aus Elfenbein geschnitzten Korpus und einem auf Lapislazuli-Platten gemalten Passionszyklus.
Das Prunkstück der Schatzkammer ist das "Goldene Rössl", ein 62 cm hohes Altärchen mit einem Aufbau aus Gold und vergoldetem Silber und goldenen Figuren, die mit weißem und verschiedenfarbigem Email überzogen sind. Oben thront in einer goldenen, mit Perlen und Edelsteinen verzierten Laube die Muttergottes mit dem Christuskind. Zu ihren Füßen kniend, als Kinder dargestellt, Johannes der Täufer, Johannes der Evangelist und die hl. Katharina, davor betend der französische König Karl VI. und sein Marschall. Die ganze Szenerie wird getragen von einem Gewölbe, unter dem ein Diener das gesattelte Leibroß des Königs am Zügel hält.

Das kostbare Werk ist 1404 in den Hofwerkstätten zu Paris entstanden, wo gerade in jener Epoche die Goldemailkunst einen einzigartigen Höhepunkt erlebte. Stifterin war die damalige Königin Isabeau von Frankreich, eine Wittelsbacherin. Als Pfand gelangte das wertvolle Stück wenige Jahre später zusammen mit anderen kostbaren Goldemailarbeiten in den Besitz des Bruders der Königin, des bayerischen Herzogs Ludwig im Barte.

Als 1503 der Landshuter Erbfolgekrieg ausbrach beschlagnahmte der Herzog zur Bestreitung der Kriegskosten den Altöttinger Kapellschatz. Nach dem Kriege erwies sich eine Rückerstattung in barem Geld als unmöglich.

Nun erhielt die Heilige Kapelle im Jahre 1509 als Pfand für die beschlagnahmten Schätze aus der herzoglichen Schatzkammer diese Gold-Emailarbeiten aus dem französischen Kronschatz. Es waren neben dem "Goldenen Rössl" noch zehn ähnliche Stücke. In der Säkularisation wurde nahezu der gesamte Schatzbestand der Kapelle vom Staat beschlagnahmt und nach München zu Einschmelzen gebracht. Das "goldene Rössl" kehrte 1820 wieder nach Altötting zurück.

1992-1995 wurde das kostbare Stück in den Werkstätten des Bayerischen Nationalmuseums in München unter fachlicher Beratung und Mitarbeit von Kunsthistorikern des Pariser Louvre, des Britischen Museums in London sowie aus Deutschland und Österrich aufwendig restauriert und kehrte nach einer Ausstellung in München im April 1995 wieder an seinen Platz in die Schatzkammer von Altötting zurück. Nach Einschätzung berufener Kenner ist das "Goldene Rössl" das kostbarste Exemplar dieser Kunstgattung.

Öffungszeiten der Schatzkammer:

Mai-Oktober: täglich außer Montag 10.00-12.00 Uhr und 14.00-16.00 Uhr.

Altötting - Der Kapellplatz

Der Altöttinger Kapellplatz, das Zentrum der Stadt und der Wallfahrt, ist kein Stadtplatz im üblichen Sinne. Er ist nicht als Markt- und Handelsplatz und auch nicht als Mittelpunkt des bürgerlichen Lebens angelegt, sondern – ganz eine Schöpfung des Barock – gleichsam als Bühne eines geistlichen Schauspiels: der Wallfahrt. "Von jeder Haustür geht ein Weg nach Altötting", sagt ein altes bayerisches Wort. Hier, am Kapellplatz von Altötting, münden alle diese Wege, die viele Millionen Menschen in fünf Jahrhunderten gegangen sind, und die Altötting zum "religiösen Herzen Bayerns" werden ließen.

Zentral ist dieser Platz angelegt, mit weiten Rasenflächen, die schon der gelehrte Altöttinger Stiftspropst Dr. Martin Eisengrein vor über 400 Jahren in seinem Buch "Unsere Liebe Fraw zu Alten Oetting" als grüne Matten" erwähnte. Kirchenbauten sowie geistliche und weltliche Repräsentationsgebäude prägen das Bild des Platzes, an dem viele Jahrhunderte in den verschiedensten Stilrichtungen gebaut wurde. Die markantesten Bauwerke sind neben der Gnadenkapelle die in ihrer heutigen Gestalt gotische, zweitürmige Stiftspfarrkirche im Süden des Platzes, die St. Magdalena-Kirche im Osten mit ihrer dem Platz zugewandten Fassade im Stil des Jesuitenbarock, der daneben gelegene "Kongregationssaal" der Marianischen Männerkongregation, westlich im Anschluß an die Stiftspfarrkirche der wohl schon aus dem 13. Jahrhundert stammende Bau der Stiftspropstei (heute Berufsfachschule für Musik), der sein heutiges, barockes Gewand im Jahre 1683 erhielt. Ihm schließt sich westlich ein Trakt kunstgeschichtlich unbedeutender Privathäuser an.
Den westlichen Abschluß des Platzes bildet der Komplex des "Alten Chorherrenstockes" aus dem frühen 17. Jahrhundert; im Nordwesten und Norden schließen sich die repräsentativen Zuccali-Bauten des "Neuen Chorherrenstockes" und der Stiftsdekanei (heute Pfarrhof, Kapellverwaltung und Wallfahrtsmuseum) an. Die vom Münchner Hofbaumeister Enrico Zuccali geplante oktogonale Anlage des Platzes wird im Nordosten durchbrochen von dem am Beginn unseres Jahrhunderts entstandenen, in den Platz hineinragenden Rathaus. Daneben das Hotel Zur Post, ebenfalls ein Zuccali-Bau, dessen Ursprünge als "Hof-Taverne" schon ins 13. Jahrhundert zurückreichen. Von kunstgeschichtlicher Bedeutung ist der inmitten des Platzes gelegene barocke Marienbrunnen, eine Stiftung des Salzburger Fürstenerzbischofs Paris Lodron, 1635-37 geschaffen von seinem Dombaumeister Santino Solari, als Dankesgabe an Altötting dafür, daß Salzburg 1632 das dorthin vor den Schweden in Sicherheit gebrachte Altöttinger Gnadenbild hatte beherbergen dürfen.

 

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Paul Launer
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